Akupunktur

 

Einleitung
Synonym: Zhen

Schmerzlinderung durch Harmonisierung des Energieflusses

Wird der Energiefluss über die entsprechenden Hautpunkte wieder harmonisiert, kommt es rasch zu einer Linderung verschiedenster Schmerzzustände. Bei der Behandlung werden die entsprechenden Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit Akupunktur-Nadeln aktiviert. Die Akupunkturpunkte stehen mit einzelnen Organen und Organbereichen in Beziehung. Durch den Reiz werden den Akupunkturpunkten zugeordneten Organe zur Selbstheilung angeregt. Bei der Akupunktur wird also nicht das erkrankte Organ direkt behandelt, sondern der Meridian oder Akupunkturpunkt, dem das Organ zugeordnet ist.

Vorteile

  • rasche Linderung verschiedenster Schmerzzustände
  • hohe Akzeptanz in der Bevölkerung
Akupunkturpunkte

Die 409 klassischen Akupunkturpunkte entsprechen anatomisch Regionen, an denen Gefäß-Nerven-Bündel inkl. Lymphbahnen durch die oberflächliche Körperfaszie treten. Fast 80 % dieser Akupunkturpunkte sind Triggerpunkte.

Der elektrische Hautwiderstand ist an diesen Punkten niedriger als an der übrigen Haut. Ein Effekt, den man beim Einsatz von Punktsuchegeräte nutzt.
Hier werden Umwelt- und Inweltverhältnisse aufeinander abgestimmt.

Meridiane

Bei den Meridianen handelt es sich nach chin. Vorstellung um ein Netzwerk von Leitbahnen, in denen die Lebensenergie (= Qi) durch den Körper zirkuliert. Dadurch werden alle Organe sowie die übrigen inneren und äußeren Strukturen des Körpers versorgt.

Durch Applikation radioaktiver Tracer können die Meridiane szintigraphisch dargestellt werden.

Analgetisches Potenzial

Akupunktur stimuliert die Produktion der schmerzhemmenden Endorphine und beeinflusst Neurotransmitter wie Serotonin und andere Hormone wie Cortisol.

Dadurch werden Schmerzafferenzen auf Rückenmarksebene gehemmt. Die segmentale Wirkung ist durch eine neuroanatomische Korrelation zwischen Akupunkturpunkten und den entsprechenden inneren Organe wissenschaftlich belegt.

Indikation

Die Akupunktur wird vorrangig bei Schmerzen eingesetzt sowie bei funktionellen Erkrankungen, die mit Störungen vegetativer Regelkreise einhergehen.

Die wichtigsten Indikationen

  • Kopfschmerzen unterschiedlicher Ursache
  • Zahnschmerzen
  • Trigeminusneuralgie
  • Ischialgie
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Schmerzen am Bewegungsapparat
  • rheumatische Krankheitsbilder
  • orthopädische Krankheitsbilder
  • gynäkologische und urologische Beschwerden
  • Neuralgien
  • Allergien
  • akute Bronchitis
  • Asthma bronchiale
  • Erkältungskrankheiten
  • akute und chronische Magen- Darm-Erkrankungen
  • psychovegetative Störungen
Methode

Die traditionelle Akupunktur, wie sie heute praktiziert wird, besteht aus dem Einstechen von Edelstahlnadeln in verschiedene Körperstellen. Manchmal wird an die Nadeln niederfrequenter Strom angelegt, um die Stimulation zu erhöhen.

Weitere Praktiken, die einzeln oder in Verbindung mit Akupunktur angewendet werden, sind:

  • Moxibustion (Verbrennen von auf der Haut aufliegender Rohseide oder Kräutern),
  • das Injizieren von sterilem Wasser, Procain, Morphin, Vitaminen oder homöopathischen Lösungen durch die eingeführten Nadeln,
  • der Einsatz von Laserstrahlen (Laserpunktur),
  • das Anbringen von Nadeln am äußeren Ohr (Aurikuloakupunktur) und
  • Akupressur (anstelle der Nadeln wird der Druck der Finger benutzt)

Manche Akupunkteure platzieren die Nadeln direkt am Krankheitsherd oder in dessen unmittelbarer Nähe, andere orientieren sich bei der Wahl der Punkte an den Symptomen. In der traditionellen Akupunktur wird für gewöhnlich eine Kombination aus mehreren Punkten ausgewählt.

Homunculus: Die Akupunktur führt zu einer Schmerzlinderung durch Harmonisierung des Energieflusses.

Prinzip

Wird der Energiefluss über die entsprechenden Hautpunkte wieder harmonisiert, kommt es rasch zu einer Linderung verschiedenster Schmerzzustände.

Bei der Akupunktur wird also nicht das erkrankte Organ direkt behandelt, sondern der Meridian oder Akupunkturpunkt, dem das Organ bzw. die Organbereiche zugeordnet sind.

Bei einer Behandlung werden die Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit Akupunktur-Nadeln aktiviert. Durch den Reiz werden die den Akupunkturpunkten zugeordneten Organe zur Selbstheilung angeregt.

Durchführung

Akupunktur erfordert eine 2-stufige Weiterbildung bei anerkannten Fachgesellschaften.
Die korrekte Umsetzung der Akupunktur erfordert von westlichen Schulmedizinern die Anwendung kulturfremder Paradigmen. Oftmals muten diese eher esoterisch an, was den Zugang zu diesem fernöstlichen Medizinsystem erschwert.
Für Neueinsteiger hat sich daher ein funktionell anatomischer Ansatz bewährt, der in drei Schritten umgesetzt werden kann.

Nadelung ausschließlich lokaler Akupunkturpunkte oder Stechen von Ashi-Punkten.

Nadelung segmentaler Akupunkturpunkte und Fernpunkte. Hierfür sind Kenntnisse der Meridiane und deren funktioneller Zusammenhänge Voraussetzung.

Der Einsatz von Akupunktur nach den Regeln der TCM erfordert jahrelanges Studium und Erfahrung, benötigt ständige Supervision durch einen „Meister“ und setzt Kenntnisse der originären Schriften voraus.